WAZ vom 12.07.2004
Moschee wirkt als Magnet
beim Tag der offenen Tür
Deutsch-Türkisches Fest in Rapen - Attaché
überbringt Grüße
Ein Moschee-Besuch unter fachkundiger Leitung - das ließen sich nur wenige der deutschen Besucher entgehen, die der Einladung des Türkisch-Islamischen Kulturvereins gefolgt waren und zum Tag der offenen Tür ins kleine Zentrum an der Klein-Erkenschwicker Straße kamen.
Hodscha Ahmet-Hamdi Öztürk, seit März lebt der 32-jährige Familienvater in der Stimbergstadt, übernahm persönlich die Führung durch die Moschee, nachdem er zuvor die Gäste des Festes offiziell begrüßt hatte. Gemeinsam mit Hans-Joachim Menge, dem Vorsitzenden des Deutsch-Türkischen Freundeskreises (DTF), hieß Öztürk die Besucher willkommen. Mansur Tascan vom DTF stellte sich als Dolmetscher zur Verfügung, so dass es keinerlei unüberwindbare Sprachbarrieren gab. Der Hodscha freute sich
vor allem darüber, dass die Gäste so zahlreich erschienen waren. Wie Hans-Joachim Menge in seiner Begrüßung erläutern sollte, ist gerade das ein Anliegen des noch jungen DTF. "Wir wollen ja nicht nur Besuche in der Partnerstadt Oba machen. Vielmehr suchen wir auch gezielt die Kontakte vor Ort." Was Bürgermeister Herbert Lowens anschließend unterstrich. Rat und Verwaltung seien gleichermaßen froh über die guten Beziehungen zwischen Deutschen und Türken, die es aber am Ort immer gegeben habe. "Das haben wir schon mit unseren türkischen Kollegen auf dem Pütt erlebt und das ist auch heute nicht anders - unser Zusammenhalt ist das Beste zum Wohle aller."
Damit angesichts des mehr als unbeständigen Wetters die Gäste hinlänglich Schutz finden konnten, gab es trotz Wahlkampfzeiten eine gemeinsame Aktion von SPD und CDU: Beide Stadtverbände stellten Pavillons zur Verfügung, was den nächsten Schauer weniger drohend werden ließ. Landestypische Tänze und Musik gab es zur Unterhaltung und natürlich
hatte die sprichwörtliche türkische Gastfreundschaft bereits im Vorfeld sichergestellt, dass niemand hungern musste. Keine Spezialität der türkischen Küche hatten die Frauen ausgelassen, die sie in der Teestube anboten. Der Tee floss zudem in
Strömen und dass auch der Attaché der türkischen Botschaft zur Eröffnung des Festes gekommen war, zeigt welchen Stellenwert -
sicher nicht nur vor dem Hintergrund des ersehnten EU-Beitritts der Türkei - der deutsch-türkischen Freundschaft auch von
offizieller Seite zugemessen wird.
Hans-Joachim Menge, der erst kürzlich im Rahmen einer Reise nach Oba seinen Geburtstag hatte feiern können und die türkische
Gastfreundschaft noch in allerbester Erinnerung hatte, unterstrich das Vorhaben des DTF, die Kontakte weiter zu intensivieren. So habe man auch deshalb beschlossen, das DTF-Sommerfest mit dem Tag der offenen Tür zu feiern. Praktizierte Partnerschaft, von der alle Seiten nur profitieren können. hes

