Stimberg Zeitung vom 22.08.2005
Ein Fest für Frieden und Freundschaft
RAPEN: Türkisch-Islamischer Kulturverein und Deutsch-Türkischer Freundeskreis feiern mit viel Folklore / "Vorurteile abbauen"
"Wir müssen unseren Beitrag dazu leisten, damit alle Menschen in Frieden und Freundschaft leben können", erklärte Hodscha Ahmet Hamdi Öztürk am Samstag in seiner Eröffnungsrede anlässlich des zweiten gemeinsamen Sommerfestes des Türkisch-Islamischen Kulturvereins und Deutsch-Türkischen Freundeskreises.
VON INGRID WOLFF
Zuvor hatte Öztürk ein eindeutiges Nein zum Terrorismus geäußert. "Wer im Namen des Islam tötet, beleidigt den Islam. Wir distanzieren uns von den Anschlägen", so das religiöse Oberhaupt der türkischen Gemeinde an der Klein-Erkenschwicker-Straße 233. Vielmehr, so der Hodscha weiter, sollen die beiden Kulturen auf Toleranz setzen und Vorurteile abbauen.

In der Teestube war das reichhaltige Buffet aufgebaut. Wie in jedem Jahr gab es reichlich kulinarische Köstlichkeiten aus der türkischen Küche.
Bürgermeister Achim Menge, der auch Vorsitzender des Deutsch-Türkischen Freundeskreises ist, bekräftigte in seiner Ansprache ebenfalls den Freundschaftsgedanken. "Dieses Fest soll dazu beitragen, dass sich die Kulturen noch näher kommen. Und eines ist sicher: Wir verwechseln nicht Islam mit Terrorismus", so Menge.

Eröffneten das zweite gemeinsame Sommerfest (v.l.): Achim Menge, Bürgermeister und Vorsitzender des DTF, Tascan Mansur, stellvertretender DTF-Vorsitzender, Ahmet Hamdi Öztürk, Hodscha der türkischen Gemeinde an der Klein-Erkenschwicker Straße, und Telat Cosgun, Vorsitzender des Türkisch-islamischen Kulturvereins.
Bei strahlendem Wetter folgte ein buntes Folkloreprogramm. Ein Mädchenchor gab religiöse Lieder zum Besten, ein Gedicht auf die türkische Flagge wurde vorgetragen, bevor Musiker Cosgun Taskir mit flotten Weisen das Publikum unterhielt. Darüber hinaus konnten die Moschee-Räume besichtigt werden.

Mit religiösen Liedern unterhielten die Mädchen der türkischen Gemeinde am Samstag die Gäste beim Sommerfest an der Moschee FOTOS: WOLFF (3)
Viel Stadtprominenz war zugegen, unter anderem Altbürgermeister Clemens Peick, der vor zwei Jahren die Partnerschaft mit der türkischen Stadt Oba ins leben gerufen hatte. Allerdings hätte Telat Cosgun, Vorsitzender des Türkisch-Islamischen Kulturvereins, gerne noch mehr deutsche Gäste begrüßt.
Auf dem Vereinsgelände entsteht übrigens in Eigenarbeit ein Anbau, in dem Kinder- und Jugendliche unterrichtet werden können. Neben Deutsch-Unterricht und Nachhilfestunden soll dort auch der Koran studiert werden. Mit den Arbeiten wurde vor zwei Monaten begonnen.

