WAZ vom 22.08.2005
Ein klares Bekenntnis
gegen Gewalt
Freundschaft und Annäherung die wichtigsten Ziele
Zwei Vereine feiern ein gemeinsames Fest
"Wer tötet, begeht die größte Sünde", sagte Talat Cosgun, Vorsitzender des Türkisch-Islamischen Kulturvereins beim Sommerfest auf dem Gelände der Moschee an der Klein-Erkenschwicker-Straße.
Sich von terroristischen Tatenzu distanzieren, das war denen, die hier zusammengekommen waren, allererstes Anliegen. Wer im Namen des Islam töte, der beleidige die Religion, führte Cosgun aus und sprach von der Abscheu, die er angesichts der Anschläge in New York, ägypten, Madrid und London empfinde. "Wir wollen uns hier gegenseitig tolerieren und Vorurteile abbauen", erklärte er gleichzeitig einen Anlass für das Fest. Bürgermeister Achim Menge wischte mitschwingende Sorgen vom Tisch und betonte: "Wir verwechseln nicht den Islam und die Terroristen." Er habe keine Bange um das friedliche Zusammenleben beider Kulturen auch nicht in religiöser Hinsicht.
Miteingeladen hatte an diesem Tag der Deutsch-Türkische Freundeskreis. Kaum hatten die Offiziellen - neben Menge und Cosgun richteten auch Hodscha Ahmet Hamdi Öztürk und Mansur Tascan, der stellvertretende Vorsitzende des Deutsch-Türkischen Freundeskreises, Reden an die gut 100 Anwesenden - zu Ende geredet, ergriffen Kinder das Wort, besser: den Ton. Eine Mädchengruppe sang Lieder aus dem Koran vor, eine Jungengruppe der Moschee folgte ihnen mit inbrünstig vorgetragenen Gesängen. Dann ging es natürlich auch darum, etwas Schmackhaftes in den Magen zu bekommen. Dabei drehte sich nicht nur schmurgelnd der beinahe schon eingedeutschte Dönerspieß, sondern auch diverse andere Spezialitäten.

Beim Sommerfest präsentierte die Mädchengruppe aus der Moschee Lieder aus dem Koran.
Foto: WAZ, Tamina Urbaniak
"Wie es Veranstalter immer sagen, könnten es gerne noch mehr Leute sein", meinte Talat Cosgun zur Resonanz auf das Fest. Vor allem die deutsche Beteiligung, die wenig über erweiterten Kreis aus Politik und Kirche hinausging, könnte etwas zahlreicher sein. tu

